Du willst auch Babysitten?
Hier ist alles, was Du dafür wissen solltest — von „Was darf ich überhaupt?" bis „Wie schreibe ich eine Rechnung?". Und wenn Du loslegen willst: schreib mir unten — ich helf' Dir und bau Dir auch eine eigene Webseite.
Was darf ich überhaupt?
+ Ab wann darf ich Babysitten?
In Deutschland regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG):
- Ab 13 Jahren darfst Du leichte Tätigkeiten machen — Babysitten gehört dazu. Voraussetzung: Deine Eltern sind einverstanden.
- Ab 15 Jahren sind die Regeln lockerer — Du darfst länger und auch in Ferien Vollzeit jobben.
- Ab 18 gilt das normale Arbeitsrecht.
+ Wie lange darf ich am Tag arbeiten?
13–14 Jahre: max. 2 Stunden pro Tag, nicht in der Schulzeit, nicht zwischen 18 und 8 Uhr.
15–17 Jahre: max. 8 Stunden pro Tag, nicht zwischen 20 und 6 Uhr (Ausnahmen für Events bis 22 Uhr möglich).
Für Babysitting heißt das praktisch: Unter 15 nur tagsüber, abends erst ab 15 mit Augenmaß.
+ Was darf ich nicht?
- Medikamente verabreichen — nur wenn die Eltern es schriftlich genau festlegen (Dosis, Uhrzeit, Begründung).
- Säuglinge unter ca. 1 Jahr betreuen wenn Du noch keine Erfahrung damit hast — frag erst eine erwachsene Babysitterin.
- Allein im Auto fahren mit dem Kind (es sei denn, Du hast einen Führerschein und die Eltern erlauben es).
- Alkohol trinken — auch wenn die Eltern „auf eine Cola" anbieten. Im Dienst: nein.
- Auf Social Media posten ohne ausdrückliches OK der Eltern (Bilder vom Kind, Standort, Stories).
Was Du können (und haben) solltest
+ 🚑 Erste-Hilfe-Kurs am Kind
Ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind ist nicht nur ein nettes Extra — er ist Pflichtprogramm. Kinder verschlucken sich anders, Säuglinge muss man anders reanimieren. Kurse gibt's bei Johanniter, ASB, DRK, Malteser — meist 4 Stunden, 30–50 €.
Frag Deine Eltern, ob sie das mit Dir machen oder bezahlen. Eltern Deiner Kunden sehen Dein Zertifikat sehr gerne.
+ 📞 Notfall-Nummern parat haben
- 112 — Feuerwehr & Rettungsdienst (Verletzung, Atemnot, schwerer Sturz)
- 110 — Polizei
- 116 117 — Ärztlicher Bereitschaftsdienst (nachts, am Wochenende, kein Notfall)
- Giftnotruf München: 089 19240 (24/7) — wenn das Kind was Falsches gegessen hat
- Eltern-Handy + 2. Kontakt (Oma, Nachbar) — vor jedem Einsatz holen
+ 🧰 Was Du dabei haben solltest
- Voll aufgeladenes Handy + Powerbank
- Ein paar Pflaster und Feuchttücher in der Tasche
- Snack & Trinkflasche für Dich
- Bei Drop-off bei Dir zuhause: kleine Spielkiste, ein paar Bücher
💶 Geld & Stundenlohn
+ Was kann ich verlangen?
Üblich in Deutschland: 10–20 € pro Stunde. In Großstädten (München, Berlin, Hamburg) eher 15–25, auf dem Land 8–12.
Faktoren, die den Preis erhöhen:
- Mehrere Kinder gleichzeitig
- Sehr kleine Kinder (unter 2)
- Späte Abende oder Wochenende
- Events / Kindergeburtstage (oft Pauschalpreis)
- Erste-Hilfe-Zertifikat, Babysitter-Kurs, Erfahrung
Wichtig: Sprich den Preis vor dem ersten Einsatz an. Schriftlich (kurze WhatsApp reicht) — das vermeidet Streit.
+ Bar oder Überweisung?
Überweisung ist besser — aus zwei Gründen:
- Die Eltern können Babysitting nur dann steuerlich absetzen (siehe unten).
- Du hast einen Beleg, falls es Streit gibt.
Bar ist OK für kleine Beträge oder wenn die Eltern es so wollen — frag dann nach einer kurzen Quittung.
🧾 Steuern — muss ich was bezahlen?
+ Muss ich meine Einnahmen versteuern?
Kurz: Solange Du insgesamt unter dem Grundfreibetrag bleibst (2026 voraussichtlich ca. 12.000 € pro Jahr), zahlst Du keine Einkommensteuer.
Realistisch verdienst Du als Schülerin/Schüler mit gelegentlichem Babysitten weit darunter — also typischerweise nichts zu tun.
Trotzdem solltest Du aufschreiben, was Du wann eingenommen hast (kleine Excel-Tabelle reicht). Falls das Finanzamt mal fragt: Du hast es im Griff.
+ Muss ich ein Gewerbe anmelden?
Nein, solange Du nur gelegentlich Babysittest. Das gilt steuerlich als selbständige Tätigkeit ohne Gewinnerzielungsabsicht im Sinne eines Gewerbes — keine Gewerbeanmeldung nötig.
Falls Du regelmäßig viele Stunden arbeitest und dauerhaft hohe Beträge einnimmst (> Grundfreibetrag), sprich mit Deinen Eltern — dann lohnt ein Gang zum Steuerberater oder ans Finanzamt.
+ Übungsleiterpauschale, Ehrenamtspauschale?
Beides gilt für Babysitting nicht. Diese Pauschalen sind für Vereinstätigkeit / gemeinnützige Arbeit gedacht. Babysitting ist eine ganz normale Dienstleistung.
📄 Beleg für die Eltern (§ 35a EStG)
+ Warum wollen die Eltern eine Rechnung?
In Deutschland gilt Babysitting als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG). Die Eltern dürfen 20 % der Kosten (max. 4.000 € pro Jahr) direkt von der Einkommensteuer abziehen.
Beispiel: 100 € an Dich gezahlt → 20 € weniger Steuer für die Eltern.
Voraussetzungen:
- Eine Rechnung von Dir (siehe unten)
- Banküberweisung — Barzahlung wird vom Finanzamt nicht anerkannt
+ Was muss auf der Rechnung stehen?
- Dein Name + Adresse
- Name + Adresse der Eltern
- Datum des Einsatzes (oder Zeitraum)
- Beschreibung: „Kinderbetreuung im Haushalt der Familie [Nachname]"
- Stunden und Stundensatz
- Gesamtbetrag
- Hinweis: „Umsatzsteuerbefreit nach § 19 UStG (Kleinunternehmer)"
- Bankverbindung für die Überweisung
Eine Word- oder Google-Docs-Vorlage reicht — keine Spezialsoftware nötig.
+ Beispiel-Rechnung — gibt es eine Vorlage?
Ja! Ich hab Dir zwei vorbereitet:
- 📄 Rechnungs-Vorlage öffnen — direkt im Browser ausfüllen, dann „Drucken → Als PDF speichern".
- 🧾 Quittungs-Vorlage öffnen — kürzer als eine Rechnung, gut bei Barzahlung.
Tipp: einmal ausfüllen, ausdrucken oder als PDF speichern, dann hast Du die Vorlage für alle nächsten Einsätze.
🛡️ Versicherung — wer zahlt, wenn was kaputt geht?
+ Was, wenn ich aus Versehen etwas kaputt mache?
Wenn Du z.B. eine teure Vase umstößt oder das Kind Dir den Laptop runterwirft: in den meisten Fällen springt die Privathaftpflicht-Versicherung Deiner Eltern ein — Du bist als Minderjährige mitversichert.
Wichtig: Frag Deine Eltern vor dem ersten Job, ob die Familienhaftpflicht „Gefälligkeitsschäden" oder „Tätigkeiten gegen Entgelt" abdeckt. Manche Policen schließen das aus.
+ Was, wenn das Kind sich verletzt?
Das Kind ist über die Eltern krankenversichert — die Behandlung ist abgedeckt.
Falls Du grob fahrlässig warst (z.B. Kind allein gelassen → schwerer Sturz), kann die Versicherung Regress fordern. Deshalb: bleib aufmerksam, dokumentiere kurz, was passiert ist, und ruf sofort die Eltern an.
+ Soll ich eine eigene Versicherung abschließen?
Für gelegentliches Babysitten nein. Wenn Du es regelmäßig machst (mehrere Familien, viele Stunden), kann eine Berufshaftpflicht für Tagespflegepersonen sinnvoll sein — aber das ist eher ab 18 ein Thema.
🤝 Erstes Treffen & Probe-Einsatz
+ Wie läuft ein gutes Kennenlernen?
- 30 Minuten reichen — bei den Eltern zuhause, mit Kind dabei.
- Du stellst Dich vor: Alter, Schule, was Du gerne machst, ob Du Geschwister hast.
- Frag nach dem Kind: Schlafenszeit, Allergien, Lieblingsspiele, was es nicht mag.
- Frag nach den Regeln: Bildschirmzeit, Süßigkeiten, Schlafrituale.
- Tausch Notfallkontakte aus.
- Frag den Stundenlohn ab und ob bar oder Überweisung.
+ Was sollte ich vor dem ersten Einsatz klären?
- Wo sind Pflaster, Verbandszeug, Fieberthermometer?
- Wo ist der Haus- oder Wohnungsschlüssel (falls Ihr rausgeht)?
- Bewegungs-Erlaubnis: dürft Ihr auf den Spielplatz / zur Bäckerei?
- Essen: was darf das Kind, was nicht?
- Bett-Routine: Buch, Lied, Nachtlicht?
- Was tun, wenn das Kind nicht einschläft?
📣 Wie finde ich Kunden?
+ Wo werbe ich am besten?
- Mundpropaganda — die Eltern Deiner Freunde fragen. Das funktioniert am besten.
- Aushänge: Supermarkt, Bäckerei, Kita-Eingang, Spielplatz-Schaukasten. Hübsch gestaltete Flyer mit Foto + QR-Code zur Webseite ziehen mehr Eltern als nackte Telefonnummern.
- Eltern-WhatsApp-Gruppen in Deiner Schule / Nachbarschaft (frag Deine Eltern, ob sie posten).
- Eigene Webseite — siehe unten ⤵️
+ Was poste ich besser nicht?
- Deine volle Adresse — nur Stadtteil oder Postleitzahl reicht.
- Bilder von Kindern, die Du betreut hast (auch nicht „unkenntlich").
- Auf TikTok / Insta als Minderjährige — sprich erst mit Deinen Eltern.
🌐 Bonus: eigene Webseite
Mein Papa und Claude Code haben mir diese Webseite gebaut — und das gleiche machen wir gern für Dich. Egal wo in Deutschland Du wohnst. Eigene Adresse, eigenes Foto, Deine Texte, fertig in ein paar Tagen. Kostet Dich nichts. Häkchen unten im Formular setzen — fertig.
Schreib mir!
Erzähl mir kurz von Dir — ich melde mich bei Dir und helfe Dir loszulegen.
Hinweis: Ich bin selbst Babysitterin (14) — alles hier sind Tipps aus eigener Erfahrung und mit Hilfe meines Papas zusammengestellt. Es ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Bei großen Beträgen, dauerhafter Tätigkeit oder Unsicherheit: sprich mit Deinen Eltern, einem Steuerberater oder direkt mit dem Finanzamt. Gesetze ändern sich — Stand: 2026.